THE LAST HOPE OF VĚRA BÍLÁ / DIE LETZTE HOFFNUNG VON VĚRA BÍLÁ

David Vondráček & Roman Šantúr
Tschechien, 2018
52‘

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Originalfassung mit englischen Untertiteln

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Die berühmte Roma-Sängerin Věra Bílá bereitet sich auf ein spektakuläres Rock-Comeback vor, als ein schockierendes Ereignis die Proben kurz vor Beginn der Tour in Norwegen unterbricht. Zur Jahrtausendwende war Věra Bílá einst die weltweit berühmteste Sängerin aus Tschechien. Ihr Konzert in Olympia, Paris, war ausverkauft. Sie sang mit dem amerikanischen Präsidenten Bill Clinton im Weißen Haus. Für das Album Rom Pop, das mit Rokycanys Band Kale aufgenommen wurde, gewann Věra in Frankreich das Album des Jahres in der Kategorie Weltmusik. Die letzte Gelegenheit, sie live auf der Bühne zu sehen, war vor zehn Jahren. Dann konzentrierte sie sich auf die Spielautomaten in Rokycany, anstatt in der Royal Opera in Madrid und der Carnegie Hall in New York zu singen. Nach dem Tod ihres Sohnes und Ehemannes ist Věra in Depressionen versunken. Sie hatte finanzielle Probleme und lebte in einem Sozialhaus. Vor zwei Jahren wurde ihr angeboten, mit der Band “Džino Rom-Rock” zu singen, bei welcher der Bandleader Dušan “Džino” Čonka versuchte, Roma-Folklore und Hard Rock zu verbinden. Nach Jahren des Leidens findet sie ihren Sinn des Lebens wieder: das Singen. Nach zwei Jahren harter Arbeit sollten Džino und Věra endlich in der Öffentlichkeit gespielt haben. Sie waren auf dem Weg zu Konzerten in Norwegen. Ein unerwartetes und schockierendes Ereignis unterbrach jedoch diese Pläne….. Ende Mai 2019 erhielt der Dokumentarfilm eine besondere Juryanerkennung beim Prix Circom, dem Wettbewerb der Werke der europäischen regionalen öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. Leider hatte Věra Bílá keine Gelegenheit, diesen Erfolg mit den Autoren zu feiern. Zwei Monate zuvor, am 12. Mai 2019, starb sie. Sie war 64 Jahre alt.

 

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Roman Šantúr arbeitet seit 1993 in den Medien sowohl in der Slowakei als auch in der Tschechischen Republik. Seit 1999 arbeitet und lebt er mit seiner Familie in Prag. Seit 2002 ist er Kameramann und Journalist im Tschechischen Fernsehen mit Schwerpunkt auf Zeitschriften und Dokumentationen des Tschechischen Fernsehens.

 

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David Vondráček geboren 1963 in Marianske Lazne, Tschechoslowakei, ist Journalist, Redakteur, Drehbuchautor und Regisseur, der sich zwischen 2001 und 2008 mit einer Reihe von Filmporträts – von Stanislav Drobný, Zdeněk Neubauer, Věra Bílá, Josef Masopust, Dana Němcová und Jan Sokol – und einer Reihe von eindringlichen Dokumentarfilmen einen Namen machte. Von diesen erhielt ‘Killing in the Czech Way’, das sich auf die Zwangsdeportation von Sudetendeutschen aus der Nachkriegs-Tschechoslowakei konzentriert, für seine Regisseurin den Respekt-Preis für das beste audiovisuelle Werk 2010 und den ‘Franz Werfel Internationalen Menschenrechtspreis’. Der preisgekrönte Dokumentarfilm ‘Love in Grave’ (2012) von David Vondráček dokumentiert das Leben von Jan und Jana, einem obdachlosen Paar, das auf einem Friedhof im Prager Stadtteil Strašnice Zuflucht findet.

 

Regie: David Vondráček & Roman Šantúr
Drehbuch: David Vondráček
Kamera: Roman Šantúr
Ton: Milan Sýkora
Schnitt: Roman Šantúr
Produktion: Lenka Poláková, Czech Television

 

SONNTAG, 18:00, mit zusätzlichem Videomaterial über Věra Bílá