Jury

© Peter Kočiš

Jozef Banyák wurde 1958 in Bratislava geboren. Er studierte an der Akademie der Darstellenden Künste in Bratislava Film- und TV-Regie. In den Jahren 1981 – 1993 arbeitete er für das Slowakische Fernsehen als Regisseur und Drehbuchautor. In den 1990er Jahren produzierte er mehrere Fernsehmärchen, die thematisch oft aus den traditionellen Roma-Märchen schöpfen (Über Zorali und zwei Brüder, Über die schöne Hexe, Goldene Stimme). Jozef Banyák ist ebenfalls im Feld des Dokumentarfilms tätig, für das Slowakische Fernsehen produzierte er eine Reihe von Dokufilmen mit sozialen, ethnischen oder kulturellen Themen (Unschuldige Kinder, Tanz ist Leben, Aus Rudňany nach Bronx). Seit 1991 arbeitet er regelmäßig mit ausländischen Hollywood-Produktionen zusammen (Dragonheart, Kull, der Eroberer, Uprising – Der Aufstand). Seit 2009 arbeitet er freiberuflich. Er ist Vorsitzender des Vereins OKNO (Fenster), dessen Ziel ist es, nicht-kommerzielle audio-visuelle Werke mit bildungs-pädagogischem Schwerpunkt insbesondere im Bereich der Minderheiten zu produzieren.

 

© Nihal Ünsal

Hamze Bytyci wurde 1982 in Prizren/Kosovo geboren, lebt und arbeitet in Berlin. 1989 kommt die Familie nach Deutschland. Bereits als Achtjähriger macht er an Weihnachten 1990 im Kirchenasyl in Tübingen seine ersten Gehversuche als Aktivist, als seine Familie gegen die eigene Abschiebung kämpfte. 2005 schließt er in Freiburg die Schauspielschule ab und ruft die Organisation AmaroDrom (Unser Weg) ins Leben. Nach einem einjährigen Engagement in Zürichzieht er 2006 nach Berlin, wo er am Ballhaus Naunynstraße, Maxim Gorki Theater sowie an kleineren Theatern performt und inszeniert. Seit 2007 arbeitet  Bytyci als selbstständiger Theater- und Medienpädagoge an verschiedenen Berliner Schulen. 2012 gründet er den Verein RomaTrial e.V., in dem erunter anderem den Online-Sender Radio Corel leitetund internationale Film-Sommerschulen unter dem Label Balkan Onionsorganisiert. 2012 entwickelte er mit dem Hilton-Zimmer 437 sein eigenes interaktives Performance-Format, in dem er sich gesellschaftlichen und politischen Themen widmet. Seit 2014 studiert er Dokumentarfilm an der selbstorganisierten FilmschulefilmArche Berlin. Im Jahr 2017 organisiert er zum ersten Mal das AKE DIKHEA? Festival of Romani Film.

 

© L’Alternativa Barcelona

Alex Gerbaulet wurde 1977 geboren, sie lebt als Künstlerin, Filmemacherin und Produzentin in Berlin. Seit 2008 erhielt sie mehrere Arbeitsstipendien und Auszeichnungen. Daneben Lehrtätigkeit u.a. an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und der Kunsthochschule Kassel, sowie Mitarbeit in der Auswahljury des Kasseler DOK Film Festivals und des European Media Art Festivals in Osnabrück. In diesem Jahr war sie Mentorin der Short Film Station der Berlinale Talents und in der Jury des Open Frame Award / GoEast Festival. Seit 2014 arbeitet sie als Autorin und Produzentin bei pong film GmbH Berlin. Zur Zeit produziert sie dort die Web-Serie ‘Kinshasa Collection’ (Regie: Dorothee Wenner) und arbeitet an einem neuen Kurzfilm. Ihr letzter Kurzfilm Schicht (2015) lief weltweit auf Festivals und erhielt mehrere internationale Auszeichnungen. Ihr aktueller Kurzfilm Tiefenschärfe (2017 zusammen mit Mareike Bernien) hatte Premiere im Wettbewerb der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen 2017.

 

© Márton Nemenyi

Eszter Hajdú lebt und arbeitet in Budapest und Lissabon als Regisseurin, Soziologin und Professorin. Bevor sie Filmregisseurin wurde, hat sie als Journalistin gearbeitet. Ihr erster Dokumentarfilm My Own Private, Tarnabod (2006) porträtiert obdachlose Familien, die eine Chance bekommen haben, im Dorf Tarnabod neu anzufangen, das 120 Kilometer von Budapest entfernt ist. Dieser Film hat Preise bei ungarischen sowie internationalen Filmfestivals im Jahr 2006 bekommen. Ihr preisgekrönter Film Der Fidesz-Jude, die Mutter ohne Sinn für Nation und Meditation (2008) wurde zum provokativsten und meistgesehenen Dokumentarfilm in Ungarn in 2008. Der Film zeigt die ungarische Gesellschaft nach der Wende 1989, in der die polarisierte politische Atmosphäre Brüche in Freundschaften oder gar Familien verursachte. Die Premiere ihres Filmes Urteil in Ungarn über das Gerichtsverfahren mit Serienmördern von Roma fand bei dem 26. Internationalen Dokumentarfilmfestival Amsterdam statt. Der Film hat 19 internationale Preise bekommen und lief in 40 Ländern.

 

© Damian Le Bas

Damian Le Bas ist Schriftsteller, Dichter und gelegentlicher Filmemacher. Er wurde 1985 in eine große Roma-Traveller-Familie in England geboren. 2003 hat der das Richard-Southern-Stipendium für das Studium der Theologie in Oxford erhalten, das Studium schloss er mit dem besten Ergebnis in seinem Jahrgang 2006 ab. Als ein breit publizierte Journalist arbeitete er vier Jahre lang als Redakteur von Travellers’ Times, der einzigen britischen Zeitung von und für Roma und ethnische Travellers. Er produzierte einige Kurzfilme, in denen er oft die britische Variante des Romanes verwendet. 2016 hat er den Royal Society ofLiteratureJerwood Award in der Kategorie „Non-Fiction“ erhalten. Sein erstes Buch, The Stopping Places, ein Roma-Reisebericht, wird bei dem Verlag Chatto & Windus im Jahr 2018 erscheinen.