Jury 2018

© Arturconka/ unframe

Artur Conka, in der Slowakei geboren, ist Kameramann und Filmemacher, er lebt und arbeitet in Großbritannien. Er studierte Kamera an der Universität Derby und lehrte zum Thema Repräsentation von Roma in Medien an der Universität Huddersfield. Als Achtjähriger kam er nach Großbritannien, wollte jedoch schon immer zu seinen Wurzeln in der ehemaligen Tschechoslowakei zurückkehren, um das Umfeld  und, viel wichtiger, die Menschen in der Siedlung Luník IX in Košice zu dokumentieren. Mehrere Jahre verbrachte er in dort, bevor aus der Siedlung das größte slowakische Ghetto wurde. Deswegen produzierte Artur Conka 2012 den Kurzfilm Lunik IX. Seine Arbeit erschien in verschiedenen internationalen Publikationen wie Huffington Post, The Independent, Vice Magazine, Foto8 Magazine, Vas.Cas.Sk, Creative Boom, Lab Kultur TV Magazine und Derby Evening Telegraph. In den letzten sechs Jahren arbeitete er als Medienproduzent in der kreativen Medienwirtschaft. Als Kameramann arbeitete er 2017 neben anderen mit Jasmine Dellal, einer preisgekrönten unabhängigen Filmregisseurin und Produzentin, an einem abendfüllenden Dokumentarfilm über den Brexit für Spring Pictures.

 

© Jutta Pohlmann

Katalin Gödrös ist Regisseurin, Filmproduzentin und Drehbuchautorin. Sie wurde in Zürich geboren und studierte Produktion an der Filmakademie in Budapest. Neben der Tätigkeit als Produktionsleiterin für Kinofilme entstanden mehrere Kurzfilme und schließlich zusammen mit dem ZDF – Dem kleinen Fernsehspiel – der erste Spielfilm „MUTANTEN“ , der 2002 auf der Berlinale Premiere hatte. Ihr zweiter Film, „SONGS OF LOVE AND HATE“ feierte 2010 im Internationalen Wettbewerb in Locarno Premiere, lief im Winter 2011 in den Schweizer Kinos und im Herbst 2011 in deutschen Kinos. Zusammen mit Hugo Film GmbH entstand die Adaption „TAUBEN FLIEGEN AUF“ von Melinda Nagy Abonji (Deutscher Buchpreis 2010). Von 2009 bis 2011 hatte sie die künstlerische Leitung von Cinema Total im Collegium Hungaricum Berlin, bis 2011 von Pitch Stop, ebenfalls im Collegium Hungaricum. Unter ihrer Leitung gründete sich 2012 die International Romani Film Commission. Seit 2012 ist sie Dozentin an der Deutschen Film- und Fernseh-Akademie Berlin. Mit „IN ABSENTIA“ hat sie ein Stipendium am Binger Film lab in Amsterdam und von der Swiss Société des Auteurs bekommen. Das Projekt wurde für Équinox ausgewählt. Die Adaption von „DAS VERSCHWINDEN DES PHILIP S.“  von Ulrike Edschmid wurde durch das BKM gefördert und befindet sich nun in der Finanzierungsphase. So wie „JACOBS ROSS“  von Silvia Tschui, ein Kinoprojekt,  produziert von TURNUS Film GmbH. Für das Schweizer Fernsehen hat sie in den letzten drei Jahren, drei Staffeln der Erfolgsserie „DER BESTATTER“  gedreht, das Flüchtlingsdrama „Im Nirgendwo“, und den Tatort „Ausgezählt“ (Ausstrahlung 2019).

 

Éva Kalla ist Filmemacherin, Autorin und Pädagogin aus Ungarn. Sie studierte Presse und Internationale Kommunikation an der Universität Szeged sowie Theologie an dem J. Wesley Pastor Training College.  In den 1970er bis 1990er Jahren arbeitete sie als Pädagogin, insbesondere mit Roma-Jugendlichen, und als Expertin im Bereich der Roma-Kultur und Roma-Geschichte in Ungarn.
In den Jahren 1998–2003 arbeitete sie als Editorin für das Ungarische Fernsehen, u.a. an der Portraitserie The Lord Loves the Righteous People. 2005–2010 war sie Mitglied des ORTT, eines Beschwerdeausschusses des Nationalen Rundfunks und Fernsehens. Im Jahr 2009 gründete Éva Kalla das Romani Film Fest in Budapest, welches sie bis heute alljährlich organisiert. Sie hat Drehbücher für viele Bildungsfilme und Theaterstücke geschrieben, führe Regie bei dem Dokumentarfilm Respect for Gypsy Mothers (2011). 2014–2017 arbeitete sie als Expertin und Autorin am ungarischen Nationaltheater für die Produktion 371 Csillag (371 Sterne) anlässlich des Roma-Widerstandstags.

 

© Stephanie Ballantine

Candis Nergaard ist Schauspielerin und Schriftstellerin aus Kent, England. Ihre Ausbildung genoss sie am führenden Dartington College of Arts sowie am Giles Foreman Centre for Acting London im Bereich Method Acting. Nach einer bahnbrechenden Filmperformance mit Tom Hardy in Stuart: A Life Backwards hat sie vielfach in Film, Fernsehen, Radio und auf der Bühne gearbeitet. Candis Nergaard spielte u.a. in Grantchester (TV) an der Seite von James Norton, White Chamber (Film) an der Seite von Oded Fehr und in Brechts Furcht und Elend des Dritten Reiches (Bühne). Sie spielte auch die Hauptrolle in der von der Kritik gefeierten BBC-Produktion Carmen und wurde 2012 für den BBC Best Actress Award nominiert. Candis Nergaard hat intensiv mit Dan Allum’s Romany Theatre Company in der Hauptrolle und als Co-Autorin von The Yellow Dress (BBC Radio) und Atching Tan (Stopping Place), der ersten BBC-Drama-Serie von und über Roma, zusammengearbeitet.  Sie hat zudem auch als Romani-Sprach- und Kulturberaterin für Peaky Blinders (Serie 3 und 4, BBC TV) und Glue (E4 TV) gearbeitet. In den vergangenen Monaten spielte sie in dem in Zusammenarbeit mit der Romany Theatre Company entwickelten Tournee-Theaterstück Carmen the Gypsy die Hauptrolle der Carmen.

 

Pablo Vega ist Filmregisseur und visueller Künstler, der sich auf Emotionen und Gefühle konzentriert, die durch seine Bilder übertragen werden. Seine Roma-Herkunft, sagt er, verleiht ihm eine einzigartige Perspektive. Er studierte im Bachelor  Multimedia-Technologien und Design an der San Francisco Universität und im Master Umsetzung und nicht-lineares Editing an der CEV, Escuela Superior de Comunicación, Imagen y Sonido in Madrid. Im Jahr 2012 wurde Pablo Vega vom Gypsy Culture Institute, das das spanische Kulturministerium betreibt, als Junger Künstler ausgezeichnet, 2013 erhielt er für seine künstlerische Arbeit auch eine Auszeichnung der der selbstorganisierten Gypsy Community of Madrid. 2003 hat er seine eigene Produktionsgesellschaft Dika-Audiovisual gegründet, in der er als Kameramann, Produzent und Editor für Werbekampagnen arbeitet, u.a. Londonize by Beefeater (Mr Goldwind Agency, 2006-2015, ausgezeichnet mit Golden Sund beim Bilbao International Advertising Festival), Beat a Guinness Record (Bacardi, Marketing Agency in the Box, 2008), Kampagnen für L’Oreal Professionnel España (Flow Agency, 2003–2008), HBO Spain (2016) oder Adidas Real Madrid (2017). Geleitet durch seine Leidenschaft für visuelle Kunst, produzierte er Musikvideos für herausragende Musikgruppen, wie die Flamenco-Gruppe Ketama (The soul does not have color – Regie, Produktion und Editing, 2005), für das Projekt Camerata Flamenco (Entre corrientes – Regie und Editing, 2009) sowie für die legendäre Rockband The Enemies (Intelligent Life). 2010 feierte sein erster Dokumentarfilm Romnia: Huesca Gypsy Women, ein Portrait über vier Roma-Frauen, Premiere. Der Film wurde beim Tikinó Festival in Granada ausgezeichnet. 2010–2012 arbeitete Pablo Vega als Regisseur und Editor am Dokumentarfilm Africa the Beat des Kollektivs Samaki Wanne mit. Darin wird über die Omnipräsenz von Musik und ihrer Rhytmen und Melodien im Alltag des Wagogo-Stammes in Tansania reflektiert. Aktuell arbeitet Pable Vega als Freiberufler für verschiedene Produzenten und Werbeagenturen. Er lebt in Madrid.